« schlechte Werbung | HomePage | 160 Stühle »
22.03.2006
Verwirrung stiften
Vorhin habe ich nebenan im Taxiblog eine kleine Anekdote gelesen über die schnelle Reparatur einen Taxis. Mich hat diese Geschichte an mein erstes Auto erinnert.
Dabei handelte es sich um einen Mercedes Benz 22D - die W123-Reihe. Also ein echter Heizölferrari mit Muttenhaken (man beachte das "M"). Wir sind irgendwann eine Symbiose eingegangen und durch das Auto habe ich echt viel über KFZs gelernt. Denn an dem konnte man mit Hammer und Schraubenzieher so gut wie alles selbst reparieren. Auf weitere Details will ich hier (noch?) nicht eingehen. Ein paar bewegten sich am Rande der Legalität. Aber eine Geschichte will ich doch erwähnen:
Das Auto verfügte über einen Hebel zum Vorglühen auf der linken Seite. Dieser wurde zum Glühen in die erste Raste gezogen und wenn genug geglüht war, wurde durchgezogen zum Anlassen. Das Ausmachen des Wagens verlief in umgekehrter Reihenfolge: Zuerst drückt man den Hebel rein und beendet den Motor. Dann kann man erst den Zündschlüssel ziehen.
Diesen Hebel kann man auch drehen. Damit verstellt man das Standgas.
Nun meinte ein Bekannter meines Vaters vorne am Motor das Standgas hochstellen zu müssen, weil der Wagen angeblich im Stand unruhig lief. Ich meinte noch, dass das keine gute Idee wäre, weil ich dann den Motor niocht mehr stoppen könne, aber auf knapp 20jährige Blondinen hört ja keiner *seufz*. Also wird daran geschraubt und ich weiß ja, wie man es wieder richtig einstellt.
Also bin ich wieder gen Heimat gefahren und mußte unterwegs auf einem Parktplatz anhalten, weil ich einkaufen wollte. Und: Der Motor ging nicht aus. Also hab ich ihn klassisch abgewürgt (mach das mal mit einem hochtourig laufenden, gutmütigen Diesel) und die Motorhaube zum Verstellen geöffnet. In diesem Moment kam ein netter, junger Mann an und zeigte sich hilfsbereit: "Na? Springt er nicht an?" Darauf konnte ich dann nur wahrheitsgemäß antworten: "Nein, er geht nicht aus!". Jeder junge Mann kam sich dann doch sehr verarscht vor und wird wohl nie wieder einer Frau seine Hilfe anbieten. Ich habe zwar noch versucht zu beteuern, dass er wirklich nicht ausgehen würde und zur Zeit hervorragend anspränge, aber da war es wohl schon zu spät. *seufz*
Der Wagen hat mich dann noch etliche tausend Kilometer begleitet. Das traurige Ende erzähle ich dann ein anderes mal.


