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21.12.2006
Namen sind Schall und Rauch?
Komischerweise beurteilt man Menschen nach ihrem Namen. Obwohl die meisten garnichts für den ihrigen können.
Wir denken anders über jemanden, der Horst heißt, als über jemanden, der von seinen Eltern Jens genannt wird.
Klar spiegeln sich in den Namen die Moden der Zeit wieder. Jemand, der Horst heißt, wird wohl jenseits der 60 sein. Und besagter Jens wohl eher Mitte 30 (Übrigens verwuxele ich immer Jungs die Lars, Sven oder jens heißen *asche-auf-haupt-streu*).
Mein Name ist eher konservativ-klassisch und wird schon seit Jahrhunderten in dieser Form genutzt. Ich hab den Namen von meiner Oma geerbt. Und werde den Namen meiner Mutter an meine Kinder weiterreichen. (so ist es geplant).
In Namensbewertungen spiegeln sich aber auch persönliche Erfahrungen mit. Zum Beispiel der Name "Simona". Eigentlich ein hübscher und melodischer Name. Aber ich kenne eine S. und die finde ich total doof. Deshalb assoziiere ich mit dem Namen nur schlechtes. Wohingegen der Name "Gertrud" bei mir eindeutig einen positiven Kontext hat.
Irgendwie kann ich nachvollziehen, was Eltern beim Namensuchen ihrer Kinder durchmachen müssen.
Vor ein paar Jahren hat mein damaliger Chef mit mal zum Bahnhof geschickt, weil ich einen Geschäftsfreund einsammeln sollte. Sein Name "Lothar N." Aufgrund des Namens erwartete ich einen gesetzten Herren irgendwo jenseits der 50 und war schon ein wenig angenervt, dass mich mein Chef dazu verdonnert hat, das Rahmenprogramm des Herren zu betreuen.
Um so überaschter war ich, als ein jung-dynamischer Typ Mitte Dreissig aus dem ICE stolperte und es wurde doch noch ein lustiger Abend.
Nervig finde ich übrigens diese Namenshäufungen: Irgendwie kenne ich nur Michaels, Stefans und Thomasse. Und ein paar Andreasse.
Bei Mädchen sind es wohl die Christianes, Andreas und Michaelas.
Aber das ist alles noch besser als diese französischen oder anglo-amerikanischen Namen wie "Marcel", "Kevin" oder "Jacqueline". So zu heißen ist eine echte Strafe.


