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30.12.2006

Nun isser weg

Heute Nacht ist Saddam H. hingerichtet worden. Bevor ich nun im Laufe des Tages von irgendwelchen Medien beeinflußt werde, wil lich einfach mal meine ungefilterte Meinung hiereinsetzen. Wozu hat man schließlich einen Blog?

Wenn ein Mensch aufgrund seiner Grausamkeit die Hinrichtung verdient hätte, dann er. Auch wenn ich sonst ein klarer Gegner der Todesstrafe bin. Aber da finde ich Hängen lassen noch zu harmlos. So ein wenig quälen hätten sie können. So Fingernägel abreissen. Oder Säure in die Augen tropfen (dass das schmerzt, weiß ich aus eigener Erfahrung - siehe unten).

Oder den Todestermin ein Dutzend mal verschieben. Das stelle ich mir auch sehr quälend vor.

Davon abgesehen weiß keiner, was sein Tod in der Bevölkerung auslösen wird: Jubelstürme? Proteste? Unruhen? Anschläge? Freudentaumel?

Aber aus rein praktischen Gründen hätte ich dieses mal auf eine Hinrichtung verzichtet. Denn ich sah Saddam in einer Art "Kronzeugenrolle" bei den weiteren Gerichtsverfahren seiner Schergen. Nur er kann darüber die letztendliche Auskunft geben.

 

 

29.12.2006

Zu jedem Topf der passende Deckel

Wer nach dem Titel nun gemeint hat, dass ich aus zwei unvermittelbaren Personen ein glückliches Pärchen gemacht hätte, den muß ich leider enttäuschen.

Aber ich habe heute durch Glück noch einen passenden Deckel für meinen heiß und innig geliebten Bodum-Nudelkochtopf gefunden. Und zwar Original von Bodum.

Den Deckel habe ich nämlich bei den Vorbereitungen zur Party zum 60. meiner Mutter leider fallen lassen. Zum Glück ist das mir passiert.

Und nun werde ich den Deckel auch gleich einweihen und lecker Nudeln kochen. Mit Lachs-Sauce und Rosa Pfefferbeeren. Und dann mache ich mich weiter an die Menüplanung für Silvester. Denn dort hat sich überaschend Besuch angekündigt, der mir beim Sektflaschenleermachen helfen will.

Alles neu...

...macht der Dezember.
Zumindest in diesem Fall. Denn ich bin gerade dabei meinen Bürorechner neu aufzustzen. Was für eine öde Arbeit. Und es ist mit 2000 Neustarts des Rechners verbunden.

Schön ist aber nicht nur, dass gleich Wochenende ist, sondern heute ist auch der letzte Tag Weihnachtsmarkt vor unserem Fenster. Ab Dienstag ist da wieder gähnende Leere. Endlich.

Übrigens kam heute morgen in Einslive ein Feature üebr Paderborn. Dort soll es die höchsten Unfallzahlen in NRW geben. Das wundert mich garnicht. Steht PB aufm Nummernschild doch für "Permanent Beten". Am ersten Weihnachtsfeiertag war ich kurz in Paderborn. Und was die Leute sich da zusammengefahren haben, untermauerte die nüchterne Stastik.

 

27.12.2006

Schau' mir in die Augen, Kleines

Ja, ich weiß. Das Zitat kommt in dem Film anders vor. 

Inzwischen sitze ich heile wieder an meinem Arbeitsplatz. Dahin zu kommen war nicht wirklich leicht.

Am 2. Weihnachtsfeiertag fahren wir traditionell zum Familientreffen in das West-Münsterland. Ich freue mich jedes Jahr sehr darauf, weil wir eine lustige Meute sind und es sich dabei um alles andere als ein langweiliges Familientreffen handelt. Es gibt lecker Essen und man erzählt sich die Geschichten des Jahres. Cousin S. berichtete von seiner Exkursion nach China, Cousine B. berichtet von den Hochzeitsvorbereitungen und dass ihr Bräutigam tatsächlich ihren Namen annehmen wird (mutiger Junge). Und ich konnte von meiner Sehschwäche erzählen.

Den Hinweg ist meine Schwester mit meinem Auto gefahren. Ich kann soweit wieder gucken. Aber irgendwie komme ich nicht über 90% Sehschärfe. Es war vertretbar gestern dann die Stunde wieder hierherzufahren. Aber am Rechner kann ich nur durch die magische "Strg-+"-Kombination im Firefox arbeiten.

Obwohl ich eigentlich nicht wirklich lange im Büro bleiben wollte, ereilte mich das Schicksal, dass mein Kollege leider mit einer heftigen Erkältung darniederliegt. Die beiden anderen sind im wohlverdienten Urlaub und so muß ich blindes Huhn hier allein die Fahne hochhalten. Produktiv ist das nicht..... 

An dieser Stelle möchte ich noch ein paar Worte verlieren über die Gaben, die das Christkind mir gebracht hat: Ich habe endlich die "Vermessung der Welt" von kehlmann geschenkt bekommen. (Kann es aber zur Zeit nicht lesen - gibt's das auch in Großdruck?). Und eine schicke rote Handtasche aus Lackleder. Sieht sehr 70er aus. Und mit einem Minirock arrangiert werde ich mich vor einschlägigen Angeboten wohl nicht retten können. Dann noch einen Korb fürs Badezimmer. Und ein asiatisches Kochset. Leider ist der zugehörige Reiskocher auf dem Postweg irgendwie verschollen und hat den Weg noch nicht gefunden. Besonders nett finde ich aber das selbstgefertige Reis-Kochbuch. *yummi*

Also werde ich dann mal sehen, dass ich dieses langen Tag einsam hier im Büro verbringen werde. *seufz*

 

25.12.2006

Schön, euch zu sehen!

Bisher liegt hinter mir eines der abenteuerlichsten Weihnachten ever. Das ist alles sehr chaotisch. Und es gibt auch Gründe, weshalb man hier so lange nichts von mir gelesen hat. Ich hätte auch einfach nicht eher was schreiben können.

Aber der Reihenfolge nach.

Am Freitagabend war mir nach Ausgehen. So als prophylaktischer Ausgleich vor den Familienfeiern. Und wenn ich aufm Swutsch bin, dann nutze ich gern meine Kontaktlinsen. Irgendwie merkte ich aber am Freitag, dass ich um Helles immer eine Corona sehe. Das hatte ich schonmal und schob es auf die Linsen. Am anderen Tag hatte ich damals wieder klar gesehen. Ich hatte am Freitag meine Brille durch Zufall dabei und hab die Linsen rausgenommen, aber die Augen wurden nicht besser.
Nachts bin ich dann im halben Blindflug wieder nach Hause. War eigentlich mehr verboten als wirklich gut, aber es hat ja geklappt. Ich wollte dann schlafen, was mir nicht wirklich gelungen ist. Die Augen wurden immer schlimmer. Es tränte und brannte und ich war unwahrscheinlich lichtempfindlich.

Gegen 9Uhr hab ich es dann nicht mehr ausgehalten und beschlossen, mich in ärztliche Obhut zu geben. Da ich nicht mehr gucken konnte, habe ich erstmal die Polizei angerufen, damit sie mich an den Arztnotruf durchstellt. Die Dame dort hat mir dann die Nummer eines Augenarztes genannt. Und dessen Nummer hab ich dann halt mehr tastend als sehend ins Handy eingegeben. Er wäre um 11Uhr in seiner Praxis. Nur, wie kommt man dahin? Ein Taxi hätte mich gefahren. Aber dann wäre ich noch lange nicht in der Praxis.

Aber zum Glück gibt es ja Verwandschaft. Ich habe Cousine H. angerufen, die mich trotz Vorweihnachststress zum Doc gefahren hat. Zu dem Zeitpunkt war ich ein Häufchen Elend. Zwar frisch geduscht. Aber ich konnte mich leider kaum noch aufrecht halten vor Schmerz. Denn meine Augen tränten und brannten und ich konnte es überhaupt nur ertragen, wenn ich den Kopf nach unten gebeugt habe. Sah sehr albern aus, ging aber nicht anders. Besonders erschreckend ist es wohl, mich leidend zu sehen. Weil ich sonst immer kess durchs Leben schreite, bin ich mir selber fremd, wenn ich Schmerz erleide und rumjammere. Aber es ging nicht anders.

Also: H. fährt mich zum Doc. Dort führt sie mich zur Theke und der Arzt geleitet mich in den Behandlungsstuhl. Dann kommt das, wovor ich am meisten Angst hatte, aber auch, worauf ich mich am meisten gefreut habe. Die Augenärzte haben so Lidocain-haltige Tropfen, die die Augen sofort betäuben. Aber ich hatte so einen Schiß, die Augen zu öffnen zum Tropfen, dass ich am liebsten durch die Decke gegangen wäre. Aber mit einiger Dominanz ist dem Arzt das dann auch gelungen. Diagnose: Hornhautreizung durch die Linsen. Er hat dann noch ne Salbe reingeschmiert, mir 10Euronen abgeknöpft und mir ein Rezept ind die Hand gedrückt. Übrigens muß man die 10Euro Praxisgebühr bei Notfällen nochmal extra zahlen, auch wenn man in dem Quartal schon bei einem Arzt war. Sei es drum.

Die Tropfen wirkten noch ein wenig nach und wir sind dann zur Apotheke. Aber schon auf dem Weg dahin ließ die Wirkung nach. Und Frl T. verwandelte sich zusehends wieder in ein Häufchen Elend. Der Apotheker hat mir dann noch ne Dosis Salbe verabreicht. Und daheim bin ich ins Bett gefallen. Aber an Schlaf war vor Schmerz nicht zu denken. Die einzige einnehmbare Körperhaltung bestand in der sogenannten Schildkrötenhaltung. Also hinknien, Po auf die Fersen und Stirn auf die Matratze. Irgendwie konnte ich den Schmerz nur so einigermaßen ertragen.

Im Laufe des frühen Nachmittages rief dann H. nochmal an, wie es mir ginge und ob wir nochmal zum Arzt fahren sollten. Bei mir ging garnichts mehr. Ich wußte nicht, wie ich das überleben sollte....
In der Zwischenzeit hatte ich meinen Eltern Bescheidgesagt, dass ich wohl im Laufe des Samstages nicht in die Heimat kommen könnte (so wie verabredet), sonder erst am Sonntag wieder fahrtpüchtig wäre.
H. fuhr mich dann nochmal zum Doc, wo ich wieder ein jammerndes Etwas war. Aber nicht mehr ganz so schlimm wie Morgens. Wie ein Junkie um einen Schuß bettelt, so habe ich ihn angefleht, mir doch von den Tropfen zu geben. Aber er meinte, dass die die Sache nur verschlimmern würden, da sie sehr aggressiv seien.
Schließlich hatte er erbarmen und hat mir eine Kapsel mit einem Superschmezhammermittel gegegeben. H. führ mich heim. Dort dann noch einen nassen Waschlappen auf die Augen und irgendwann bin ich dann traumlos entschlummert. Nach ein paar Stunden bin ich wieder wach geworden und der schlimmste Schmerz war vorbei. Sehen konnte ich aber immernoch nicht wirklich. Aber zumindest wieder orientieren.

Die Nacht habe ich dann auch noch gut geschlafen und morgens mußte ich mich dann so langsam entscheiden, ob und wie ich zu meinen Eltern komme. Schließlich sollte es ja abends Bescherung geben. Zuerst war ich noch frohen Mutes meinen silbernen Flitzer selber gen Nordosten zu steuern. Aber als ich den Wagen auf die andere Straßenseite gefahren hatte und mal die Straße heruntergeschaut habe, ist mir klar geworden, dass ich so gut wie garnichts sehe. Und dass es wirklich nicht klug wäre selber zu fahren.

Ich hab dann noch zwei Stunden Schlaf meinen Augen gegönnt. Aber auch danach war es nicht wirklich besser. Also: Schwesterchen anrufen und sie ist dann mit dem Zug aus Münster gekommen, um mich mit meinem Auto zu meinen Eltern zu fahren. Den Weg zum Bahnhof habe ich leidlich geschafft. Aber die lange Strecke (ca. 2Stunden Autobahn) hätte ich nie geschafft. Wir haben dann noch einen Schlenker über Münster gemacht (kein wirklicher Umweg) und waren dann irgendwann endlich an meinem Elternhaus angekommen.

Dieses Jahr haben wir dann die Reihenfolge umgetauscht: Sonst ist es "Evangelium lesen", "Singen", "Bescherung" und "Essen". Aber weil wir so einen Hunger hatten (ich hatte seit Freitagabend nichts mehr gegessen), haben wir "Bescherung" und "Essen" kurzerhand getauscht.

Das Essen (Fondue) war lecker wie selten. Und die Bescherung war auch schön. Ich habe schöne Dinge bekommen und die Beschenkten haben sich auch gefreut.

Schwesterchen hat von Mama eine Gemüsereibe bekommen. Und hat die gleich an ihrem Daumen ausprobiert.

Heute morgen konnte ich dann endlich wieder so klar sehen, dass ich mich orientieren kann. Ich kann wieder lesen und sogar am Computer arbeiten. So richtig 100% ist es noch nicht. Aber das wird morgen wieder werden.

Alles Mitlesenden wünsche ich an dieser Stelle noch ein besinnliches Weihnachtsfest. Ich hoffe, dass ihr bei bester Gesundheit seid und die Tage geniessen könnt. Und für mich hat der Spruch "Ich freue mich, dich zu sehen!" eine ganz neue Bedeutung bekommen.

 

22.12.2006

Nochmal Namen

Vorhin habe ich einen Anruf meiner Mutter erhalten. Kurz vor Weihnachten ist Miriam zur Welt gekommen. Das zweite Kind meiner Cousine M.. Die Freude ist groß. Und wenn alles klappt, dann sehe ich das Kind nächste Woche schon bei der "zweiter-Weihnachtsfeiertag-Familie-trifft-sich-zum-Schlemmen"-Zusammenkunft.

Während Cousine M. ein zartes und elfenhaftes Persönchen ist, ist das Kind 54cm groß. Da fragt man sich, wo sie das versteckt hat.

Im Übrigen finde ich den Namen Miriam wirklich toll. Er klingt schön und harmoniert auch mit dem Nachnamen. 

zehr zeltsam

Irgendwas ist heute anders. MG liegt nur wenige Flugsekunden von Düsseldorf entfernt. Wenn die Flieger von dort aus Richtung Westen starten, machen sie normalerweise einen großen Bogen um die Stadt. Heute fliegen sie drüber. Zehr zeltsam das. 

21.12.2006

Namen sind Schall und Rauch?

Komischerweise beurteilt man Menschen nach ihrem Namen. Obwohl die meisten garnichts für den ihrigen können. 

Wir denken anders über jemanden, der Horst heißt, als über jemanden, der von seinen Eltern Jens genannt wird.

Klar spiegeln sich in den Namen die Moden der Zeit wieder. Jemand, der Horst heißt, wird wohl jenseits der 60 sein. Und besagter Jens wohl eher Mitte 30 (Übrigens verwuxele ich immer Jungs die Lars, Sven oder jens heißen *asche-auf-haupt-streu*).

Mein Name ist eher konservativ-klassisch und wird schon seit Jahrhunderten in dieser Form genutzt. Ich hab den Namen von meiner Oma geerbt. Und werde den Namen meiner Mutter an meine Kinder weiterreichen. (so ist es geplant).

In Namensbewertungen spiegeln sich aber auch persönliche Erfahrungen mit. Zum Beispiel der Name "Simona". Eigentlich ein hübscher und melodischer Name. Aber ich kenne eine S. und die finde ich total doof. Deshalb assoziiere ich mit dem Namen nur schlechtes. Wohingegen der Name "Gertrud" bei mir eindeutig einen positiven Kontext hat.
Irgendwie kann ich nachvollziehen, was Eltern beim Namensuchen ihrer Kinder durchmachen müssen.

Vor ein paar Jahren hat mein damaliger Chef mit mal zum Bahnhof geschickt, weil ich einen Geschäftsfreund einsammeln sollte. Sein Name "Lothar N." Aufgrund des Namens erwartete ich einen gesetzten Herren irgendwo jenseits der 50 und war schon ein wenig angenervt, dass mich mein Chef dazu verdonnert hat, das Rahmenprogramm des Herren zu betreuen.
Um so überaschter war ich, als ein jung-dynamischer Typ Mitte Dreissig aus dem ICE stolperte und es wurde doch noch ein lustiger Abend.

Nervig finde ich übrigens diese Namenshäufungen: Irgendwie kenne ich nur Michaels, Stefans und Thomasse. Und ein paar Andreasse.
Bei Mädchen sind es wohl die Christianes, Andreas und Michaelas.

Aber das ist alles noch besser als diese französischen oder anglo-amerikanischen Namen wie "Marcel", "Kevin" oder "Jacqueline". So zu heißen ist eine echte Strafe. 

 

bergauf

Endlich ist es geschafft. Heute ist die längste Nacht bzw der kürzeste Tag des Jahres. Auch Wintersonnenwende genannt. Also fängt heute der Winter offiziell an. Und so langsam richtet sichauch das Wetter danach.

Am schönsten finde ich aber, dass die Tage nun wieder länger werden. Und irgendwann kann ich auch wieder ins Büro fahren und muß dabei das Licht am Fahrrad nicht einschalten. 

20.12.2006

Lektüre

Ein Griff - und das Suchen geht los. 

In der Tat habe ich gestern fast auf Anhieb meinen Impfausweis gefunden. Ein über dreissig Jahre altes Dokument, dem gestern ein neuer Eintrag hinzugefügt worden ist.

Da steht jetzt was von Gardasil drin. Den Beipackzettel habe ich mitgenommen und es ist eine wirklich lange Lektüre. Aber die Nebenwirkungen hören sich erfreulicherweise harmlos an. Und bisher habe ich noch keine davon zu spüren bekommen.

Um Karneval und Fronleichnam gibt es dann die nachfolgenden Spritzen.

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