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22.03.2007

Geschichten aus dem Wasser

Weil morgen Altpapier abgeholt wird, wusele ich gerade durch die Wohnung und sammele alles ein, was endlich mal das Haus verlassen sollte. Dabei fällt mir ein Werbeflyer des Miramar in Weinheim in die Hände. Dabei handelt es sich um ein Freizeitbad in Weinheim - irgendwo zwischen Frankfurt und Heidelberg.

Vorhin stöbere ich im Stern-online und finde dort einen Bericht über Weinheim. In einer ehemaligen Mühle im Stadtgebiet soll ein Bordell nach dem Konzept des Pascha in Köln eröffnet werden. 

Die ganze Stadt steht Kopf und keiner will dieses Bordell haben. Ob wirklich die ganze Stadt Kopf steht oder nur ein paar Eiferer, sei einfach mal dahingestellt. Will ich statistisch auch garnicht hinterfragen.

Und wo ist nun der Zusammenhang zwischen dem Bordell und dem Freizeitbad - fragt sich an dieser Stelle der geneigte Leser:
Vor ein paar Jahren war ich mehrfach im Miramar. Von Saarbrücken aus ist es ein Katzensprung. Das Freizeitbad ist wirklich nett mit mehreren feinen Saunen ausgestattet und hat einen hohen Erholungswert *hüstel*. Als Clou aber ist dort Samstags nach 19Uhr im kompletten Bad FKK angesagt. Was auch reichlich genutzt wird.
Es war das erste und bisher einzige Mal, dass ich in einem Schwimmbad eine Security gesehen habe, die die im Wasser schmusenden Pärchen auseinanderdividiert haben. Und das erste Mal, dass ich mir wirklich Gedanken gemacht habe, ob man vom Schwimmen schwanger werden kann. Weil es irgendwie sich so anfühlte, alsob eine größere Menge Sperma im Wasser schwömme.

Also: Ich verstehe nicht so ganz, worüber die Weinheimer sich aufregen. Sie wollen einen Groß-Puff verhindern (obwohl sie schon einige kleinere Bordelle haben), weil sie eine Rufschädigung der Stadt befürchten. Dabei eilt ihnen in gewissen Kreisen schon lange das Miramar als "Swinger-Eldorado" voraus. 

Kommentarstatus

Es hat mit dem Bordell auch damit zu tun, dass die Anfahr-und Parkmöglichkeiten nicht gegeben sind. Und die unmittelbare Nähe zur evangelischen Peterskirche, die sich direkt am Eingang der schmalen Gasse befindet, an deren Ende das Etablissement entstehen soll.
Zweites Argument ist die Ansiedelung zwielichtiger Trittbrettfahrer aus dem Rotlichtmilieu, Drogenhändler, Kleinkrimineller. Und damit eine Gefährdung der (vielleicht noch) unbedarften Kinder, speziell Mädchen, im Alter 10 aufwärts. Die hormonelle Entwicklung setzt ja immer früher ein. Und eben niemand sieht es gern, wenn seine Tochter auf dem Heimweg mal so eben aus dem Autofenster mit "Wieviel kostet es?" angesprochen wird, nur weil sie sich zufällig in der Nähe der Hildebrand'schen Mühle aufhält.

Es ist eben ein Wohngebiet. Und nicht, wie in Frankfurt oder Hamburg, ein Stadtteil mit mehreren Betrieben der gleichen Art. Diese sind in Weinheim mehr am Stadtrand vorhanden und nicht mitten in der Stadt.

Veröffentlicht von: Pathologe | 23.03.2007