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02.01.2008

Danaergeschenk

Manchmal sind Dinge ein Auslöser für etwas, die eigentlich ganz anders gedacht waren.

Kurz nachdem ich E. kennengelernt habe, wurde ich von seinem Hobby - wohl viel eher seiner Leidenschaft - assimiliert und ich habe dieses mitgetragen. Auf der einen Seite macht mir die Sache sehr viel Spaß. Aber auf der anderen Seite merke ich sehr deutlich, dass ich körperlich und seelisch sehr angegriffen bin. Ich bin ständig übermüdet und sehr reizbar. Meine kleine autistische Welt besteht aus Vorhersehbarem und Berechenbarem. Ich will und muß alles im Vorhinein planen, damit ich mich wohl fühle und die Dinge schaffen kann. Das gibt mir Sicherheit. E. ist hingegen ein Springinsfeld, der sehr spontan reagieren kann. Je älter ich werde, desto unspontaner werde ich.
Schon länger habe ich darüber nachgedacht, dass ich die Belastung - die Leidenschaft ist leider zur Last geworden für mich - so nicht mehr tragen kann. Da muß sich was ändern. Die Änderung wollte ich eigentlich nicht so schnell herbeiführen, aber ich bin von der Realität überholt worden.
Erstes Steinchen des Anstoßes war ein eigentlich sehr lieb gemeintes Weihnachtspräsent als Dank für meine Mühen. Leider lagen die Schenker mit dem Geschenk daneben, was sie nicht wirklich wissen konnten. Ich habe es aber als Schlag ins Gesicht empfunden - so alsob die vielen hundert Stunden Strapazen mit einer Bagatelle aufgewogen werden sollten.
Das ganze Jahr über hatte ich eine wahnsinnige Angst vor Silvester. Wahrscheinlich hat mich deshalb auch meine Erkältung ereilt. Dieses Fest wurde von allen Beteiligten als wahnsinnig toll und super und überhaupt dargestellt. Mich setzen solche Schilderungen unter einen unheimlichen Druck. Unter dem ich dann zu zerbersten drohe. Zudem fühle ich mich unter Menschenmengen immer unwohl. Bis etwa 30 Leuten kann ich damit umgehen. Aber sobald es mehr werden und ich mich nicht nur auf eine Teilmenge der Anwesenden konzentrieren kann, wird eine Party zu einer sehr unangenehmen Veranstaltung. Während ich in einer Runde mit 10 Leuten noch eine brilliante Unterhalterin sein kann, werde ich in großen Menschenmengen schnell schüchtern und verschlossen. Fürmich ist das Stress - E. fängt dann erst an.
Mit einer fiesen Erkältung, einer leichten Migräne und viel zu wenig Schlaf startete ich dann in den 31.12. und gegen 22.30 bin ich dann implodiert und habe einige Kollateralschäden hinterlassen. So wollte ich das nicht erreichen. Aber ich werde die Gunst der Stunde nutzen und mein Engagement deutlich reduzieren. Leider hat das zur Folge, dass ich viel weniger Zeit mit E. verbringen werde. Aber ich werde mich daran gewöhnen müssen und habe ja 35 Jahre meines Lebens auch ohne ich geschafft. Ich hoffe aber, dass ich so mein seelisches Gleichgewicht und meine Energie wiederfinden kann.

Kommentarstatus

Also es kann in den besten Beziehungen nicht schaden, nicht sofort das Pensum des Partners anzunehmen, egal in welcher Richtung und egal in welchem Engagement. Bis man sich da mal nivelliert hat, brauchen andere Paare ein halbes Leben, es geht aber auch deutlich schneller. ;-)

Veröffentlicht von: Besim | 02.01.2008

„Implosion“ und „Kollateralschäden“ als „Gunst der Stunde“ zu interpretieren, zeugt bei näherem Hinsehen von robuster Konstitution und ausreichend Selbstvertrauen.

Diagnose: Das kriegen Sie hin! ;)

Veröffentlicht von: Matt | 02.01.2008

Hört sich alles sehr kryptisch an.
Aber das Jahr ist noch lang, da ist ein "reinigendes Gewitter" (jetzt schmeiss ich auch mal mit Plattitüden um mich ;) ) am Anfang vielleicht keine schlechte Idee :D

Veröffentlicht von: Zeth | 03.01.2008

Auch ich habe mir im letzten Jahr sowas wie einen "Springinsfeld" angelacht und kenne inzwischen das Gefühl, mal in Ruhe nach vorn sehen und planen zu wollen, sehr gut... (Und auch das mit den Menschenmengen ist mir sehr bekannt.)

Mitfühlendes Zwinkern und ein gutes neues Jahr für Dich!

Veröffentlicht von: Theobromina | 07.01.2008

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